Straßen- und Schienenverkehr: Barriere und direkte Bedrohung für Wildtiere

Schleiereule | Barn owl | Tyto alba Wer kennt es nicht: im Auto auf dem Weg zur Arbeit liegt am Rand der Straße etwas Dunkles, Großes. Beim Näherkommen wird es deutlich: ein toter Mäusebussard. Diese oder ähnliche Situationen gibt es fast täglich. Der Einfluss des Straßenverkehrs auf die Tierwelt ist nicht trivial. Doch nur selten sieht man beim Autofahren die Opfer wirklich. Viele kleine Singvögel landen nach der Kollision mit LKW oder PKW im Grünstreifen neben der Straße …

Fichtenkreuzschnabel  Seit Jahren beschäftigt mich das Thema “roadkills” [engl.: Straßenopfer]. Als Autofahrer habe ich seit Jahren über das Thema geschwiegen, war ich doch selbst einer der vielen Millionen PKW-Besitzer und habe bestimmt auch schon ungewollt und unwissentlich Amphibien auf ihrer Wanderung über einer Landstraße überfahren. An die Kollision mit einer Rauchschwalbe und einem Stieglitz kann ich mich erinnern. Beide Vögel wurden dabei getötet. Seit einiger Zeit beschäftige mich aber auch fotografisch mit dem Thema. Dabei versuche ich den Themenkomplex möglichst vielseitig abzulichten. Neben baulichen oder planerischen Maßnahmen zum Schutz der Wildtiere dokumentiere ich auch die Opfer. Dabei achte ich darauf nicht die unansehnlichen Situationen abzulichten sondern vielmehr respektvoll die Ästethik der toten Wildtiere zu zeigen.
Neben der Tatsache, dass die häufig zur Begrünung der Straßenböschungen angepflanzten Beerensträucher (bspw. Vogelbeere, Gemeiner Schneeball) im Herbst und Winter viele Vögel an die Straßen locken, gibt es weitere “ökologische Fallen” für Vögel. Einige Vogelarten wie Mäusebussard (Buteo buteo), Aaskrähe (Corvus corone) oder Rotmilan (Milvus milvus) nutzen Straßenopfer als Nahrungsgrundlage und laufen dabei Gefahr, selbst von Fahrzeugen erfasst zu werden.

Im Winter kommen einige Vogelarten gezielt auf den Asphaltboden oder den Seitenstreifen gestreuter Straßen um dort die Salze (wichtige Mineralien) aufzunehmen. Dabei werden diese Arten nich selten Opfer des Straßenverkehrs. Im Bayerischen Wald etwa sieht man im Winter viele Fichtenkreuzschnäbel (Loxia curvirostra), die dies praktizieren und dabei zu Straßenopfern werden.

Fotos zum Thema Straßenopfer:

Weitere Fotos anderer Fotografen:

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